Familie Kern gibt Startschuss für Kellereineubau in Kernen-Rommelshausen Neuer Standort und neue strategische Ausrichtung für das Familienunternehmen

Weinkellerei Kern kann seine Stellung als Stütze der Württembergischen Weinwirtschaft ausbauen

Für die Familienweinkellerei Kern bricht in diesem Frühjahr eine neue Zeitrechnung an. Am 13. Mai wurde der Startschuss für den Neubau der Kellerei in Kernen-Rommelshausen gegeben. Mit dem neuen Standort legt das Unternehmen der Familie Kern das Fundament für eine weitere erfolgreiche Entwicklung. In den neuen Firmensitz investiert die Familie rund 9 Mio. Euro und verbindet damit auch eine neue strategische Ausrichtung. Zu den wichtigsten Zielen gehören die Erschließung neuer Absatzwege, eine Energie schonende und effizientere Erzeugung, eine weitere Steigerung der Weinqualität sowie die Erweiterung der Kapazitäten.

Am bisherigen Standort des Unternehmens in Fellbach-Schmiden stößt man nach mehreren Schritten des Ausbaus nun erneut an Grenzen. Über Jahrzehnte und vier Generationen hinweg hat die Familie die eigene Kellerei weiterentwickelt. Die Vermarktungsmenge an Wein ist dabei stetig gestiegen und in gleichem Zuge hat die Zahl der traubenliefernden Wengerter zugenommen. In Schmiden war man dieser Entwicklung mit mehreren Bauabschnitten nachgekommen. Ulrich Kern, einer der beiden Geschäftsführer der Familienweinkellerei und selbst Leiter des Kellers, freut sich, dass umständliche Abläufe mit dem Neubau bald der Vergangenheit angehören werden. "Eine weitere bauliche Maßnahme am alten Standort wäre nur mit großen Kompromissen umzusetzen gewesen. Nach eingehenden Wirtschaftlichkeitsanalysen haben wir uns daher entschieden, das Unternehmen technisch auf ganz neue Beine zu stellen, ohne dass Kompromisse eine erfolgreiche Weiterentwicklung behindern."

Der Neubau in Rommelshausen entsteht auf einem über 1,5 ha großen Gelände und umfasst eine Traubenannahme mit Kelterung, einen Rotwein- und Weißweinkeller, die Abfüllung sowie ein logistisch optimiertes Lager mit Versandbereich. Markantester Teil des Unternehmens wird das neue Verkaufs- und Bürogebäude. Mit dem Schritt, das Unternehmen stärker als bisher möglich an den Erwartungen der Privatkunden zu orientieren, öffnet sich die Familie Kern ganz neuen Wegen der Vermarktung. Attraktive Räumlichkeiten für die Verkostung und den Weinverkauf sowie ein großzügig gestalteter Außenbereich im Grünen bieten für Besucher und Kunden einen interessanten und attraktiven Anziehungspunkt. "Mit den neuen Präsentationsräumen und den Veranstaltungsflächen im Garten können wir Kunden ganz anders empfangen, als das bisher der Fall war", sagt Friedrich Kern. Für ihn, der zusammen mit seinem Bruder Ulrich Kern die Geschäfte führt und selbst für den Vertrieb und die kaufmännische Leitung des Unternehmens zuständig ist, bricht damit eine neue Zeitrechnung an. "Wir können unsere bisherige Vertriebsstruktur nicht nur auf zusätzliche Beine stellen, sondern werden unsere Marke auch ganz anders entwickeln können." Dabei spielt eine ganz zentrale Rolle, dass die Familienmitglieder alle Führungspositionen im Unternehmen eigenhändig ausüben und jeden Schritt selbst verantworten. Die enge Verbundenheit zur Erzeugung und zum Verkauf führt dazu, dass die Qualität der Produktion ein persönliches Anliegen der Familienmitglieder ist und wichtige Arbeitsschritte nicht delegiert werden.

Nordansicht
Nordansicht
Ostansicht
Ostansicht

Der persönliche Kontakt zu den Kunden, wie auch zu den Weingärtnern, ist Dreh- und Angelpunkt des Familienunternehmens. "Unsere Wengerter sind nicht nur eine Nummer im Herbstbuch, sondern wir pflegen zu allen einen persönlichen Kontakt. Wir sind stolz darauf, dass in dieser Zusammenarbeit ein Handschlag noch etwas zählt und man sich aufeinander verlassen kann." Für Ina Kern, die für Traubenannahme, Traubenabrechnung und das Qualitätsmanagement verantwortlich ist, macht das den Unterschied zwischen einem von der Familie geführten Unternehmen und einem anonymen Großbetrieb aus. "Mit den Traubenlieferanten bestehen meist langfristige Kooperationen und wir stehen das ganze Jahr über in engem Kontakt. Damit haben wir als Familie jederzeit den Überblick über die Traubenerzeugung und können die Qualität schon im Weinberg mitbestimmen."

Die Vorteile, die man als Unternehmer-Familie hat, möchte man zukünftig auch stärker in der Vermarktung nutzen. Die beengten räumlichen Verhältnisse am bisherigen Standort machten es schwierig, Privatkunden im Unternehmen angemessen zu empfangen. Im neuen Betrieb können Kunden mit den Familienmitgliedern direkt in Kontakt kommen und erleben alle Schritte der Erzeugung vor Ort. "Wir freuen uns auf mehr Privatkunden auf dem Hof. Ich selbst stamme aus einem Weingut und weiß, wie wichtig der persönliche Kontakt zum Kunden ist. Wenn man sich mit der Familie identifizieren kann, dann entsteht für den Kunden eine viel festere Verbundenheit mit dem Unternehmen", sagt Brigitte Kern überzeugt. Sie ist in der Verwaltung des Betriebes aktiv und sieht in den neuen Verkaufsräumlichkeiten eine bislang brachliegende Chance. Mit der Profilierung als Familienunternehmen hat man Möglichkeiten, die sich den Winzergenossenschaften und Großkellereien in dieser Form nicht bieten.

Die Familienweinkellerei Kern stellt mit dem Schritt des Neubaus die Weichen in die Zukunft. Bereits heute werden Trauben von über 130 ha aus Württemberger Lagen verarbeitet. Damit ist die Existenz von 130 Weingärtnern unmittelbar mit dem Erfolg der Familie Kern verknüpft. Insgesamt baut das Unternehmen durchschnittlich 1,3 Millionen Liter Wein pro Jahr aus und vermarktet diese in unterschiedlichen Segmenten. Damit trägt die Kellerei Kern wesentlich zur Erhaltung klein strukturierter Betriebe und auch zur Pflege der Kulturlandschaft bei. Viele der Traubenerzeuger sind von erfolgreichen Vermarktern abhängig und dieser Verantwortung ist man sich bewusst. "Zuletzt mussten wir Angebote von Wengertern, ihre Trauben bei uns anzuliefern, ablehnen. Wir sind einfach an der Grenze unserer Kapazitäten im Keller angekommen", sagt Ulrich Kern. Der neue Keller kann dann, wenn er komplett belegt wird, über 3 Mio. Liter fassen. Damit steigt die potenzielle Produktionskapazität um über 50% und damit auch die Möglichkeit, die Kooperation mit Weingärtnern auszudehnen.

Wichtiger noch als die Kapazität ist der Familie aber das Erreichen neuer Ziele in der Qualität und der Effizienz der Arbeitsabläufe. Ina Kern: "Mit der Qualität waren unsere Kunden und auch wir bislang schon sehr zufrieden. Aber in den neuen Gebäuden werden wir es sehr viel einfacher haben das Qualitätsniveau weiter zu steigern. Wir wollen kein Hightech-Betrieb werden. Aber da, wo es sinnvoll ist, setzten wir auf neueste Erkenntnisse." Man nutzt denn auch die Chance, den Keller komplett mit neuer Technik auszurüsten. "Der Umzug der bestehenden Technik aus dem bisherigen Betrieb wäre zu teuer. Außerdem können wir so Pressen, Tanks und Abfüllung zusammen mit den Räumlichkeiten optimieren", ergänzt Ulrich Kern.

Das Neubauprojekt soll auch genutzt werden, um ressourcenschonend und energiesparend zu arbeiten. Alle Planungsschritte wurden daher auch hinsichtlich einer nachhaltigen Produktion angegangen. Nach außen wird das nicht zuletzt durch sehr großzügige Grünanlagen erkennbar. Die versiegelten Flächen werden auf ein Minimum reduziert sein und die gesamte Dachfläche aller Gebäude begrünt. Man wird durch eine entsprechende Konstruktion beispielsweise auch ohne Kühlung des Flaschenlagers auskommen.

Nachhaltigkeit möchte man indes nicht auf eine CO2-Bilanz reduzieren. Ökologische Nachhaltigkeit versteht man innerhalb der Familie Kern nur im Zusammenhang mit einer sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit. "Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den eigenen Mitarbeitern, den abliefernden Wengertern und den Kunden gehört für uns ebenso dazu, wie eine stabile wirtschaftliche Basis des Unternehmens", sagt Ina Kern. Für die Nutzung regenerativer Energien ist man dennoch vorbereitet. Die gesamte Dachfläche ist dafür ausgelegt, eine Solaranlage aufzunehmen.

Das Verkaufs- und Bürogebäude wird in großen Teilen als Holzkonstruktion entstehen. Die Fassade, ebenfalls in Holz ausgeführt, wird nach Aussage des für die Planung und Gestaltung verantwortlichen Ingenieurbüros Scheel-Inselsbacher einen lebendigen aber dennoch ruhigen, unaufgeregten Gesamteindruck vermitteln. Die Konstruktion wird sich im Zusammenspiel mit den aufwändigen Grünanlagen sehr harmonisch in das Landschaftsbild am Ortsrand einfügen.

Perspektivische Ansicht des Neubaus
Perspektivische Ansicht des Neubaus

Die Weine des Jahrgangs 2012 werden die ersten sein, die im neuen Keller ausgebaut werden. Dann werden nicht nur die Gebäude und die Grünanlagen, sondern auch die Weine im neuen Gewand auftreten. Die Familie Kern wird die Chance des Umzugs dazu nutzen, auch das Weinsortiment umzugestalten. Friedrich Kern sieht, dass sich die Erwartungen der Weinkonsumenten verändern. "Diesen Veränderungen möchten wir uns stellen. Dazu gehört auch, dass wir unser Sortiment entsprechend den Erwartungen unserer Kunden anpassen. Mit den neuen Räumlichkeiten haben wir dann auch die passenden Präsentationsmöglichkeiten."

Die Zeitplanung sieht vor, den Neubau bezugsfertig bis Sommer 2012 abzuschließen. Mit der Bauleitung wurde das Ingenieurbüro Haack aus Wertheim beauftragt, das von Beginn an auch mit in die Planungsarbeiten einbezogen war. Die ganze Familie hat sehr viele Zusatzschichten bereits hinter sich und noch vor sich, denn die Arbeiten für die Konzeption und Planung eines Projektes dieser Größenordnung sind umfangreich. Aber so, wie man das ganze Unternehmen in allen Teilbereichen in Familienregie führt, so möchte man auch die Entstehung des neuen Unternehmens über alle Schritte und in allen Details begleiten.

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Wilhelm-Stähle-Strasse 6
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Tel: 07 11-51 23 81
Fax: 07 11-518 02 11
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